Dienstag, 31. Juli 2007

Car-Napping

D 1980
Regie:
Wigbert Wicker

27. Februar 2006



















Der nächste Teil in meiner persönlichen Nostalgie Retrospektive. An Car-Napping konnte ich mich wirklich nur noch schemenhaft erinnern, eigentlich habe ich den Film somit „wieder“ zum ersten Mal gesehen.

Designer Robert Mehring (Bernd Stephan) wird von seinem Chef um sein Geld gebracht, nachdem der einfach seine Firma dicht macht. Mehring stöbert ihn an der Côte d’Azure auf, doch erreichen kann er nichts, statt dessen wird ihm sein Porsche gestohlen. Nachdem er die Diebe aufstöbert, bieten die ihm an, groß ins Autoklau Geschäft einzusteigen. Mehring hat nichts mehr zu verlieren und das große Geld winkt ebenfalls. Mit viel Geschick und Organisationstalent landet die Bande unter seiner Führung einen spektakulären Coup nach dem anderen…

Zugegeben, Car-Napping ist ein B-Movie. Technisch gesehen stimmt hier nicht viel und Regisseur Wigbert Wicker Talent zuzusprechen, grenzt schon an Satire. Warum hat mir der Film dann trotzdem gefallen? Zum einen weiß die amüsante Story durchaus zu unterhalten. Leider hätte man noch so viel mehr rausholen können, da sie doch viele Möglichkeiten verschenkt (warum taucht Mehrings Ex-Chef später nie wieder auf, obwohl der große Autoklau in Paris doch gerade ihn am härtesten trifft?). Wenn man drüber hinwegsehen kann, unterhält der Film trotz wenig Action trotzdem über die gesamten 90 Minuten, da die Darsteller niemals versuchen allzu ernst rüber zu kommen. Das verhilft dem Film kombiniert mit den schönen Locations und natürlich den vielen kultigen Autos zu einer Leichtigkeit, die den meisten deutschen Produktionen mittlerweile einfach ab geht. Wenn auch nicht komplett durchdacht, funktioniert die Prämisse „einfach mal machen“ bei Car-Napping ganz gut. Daß man den Film mit Kurzauftritten von Eddie Constantine und Adolfo Celi ein wenig internationaler gestalten konnte, ist ein weiterer positiver Aspekt.

Tief in den 80ern verwurzelt steht Car-Napping symbolisch für eine Zeit der Unschuld des deutschen Films, in der man das Risiko eingehen konnte, neue Dinge auszuprobieren. Daß der Film damals zu einem kleinen Hit wurde, ist aus heutiger Sicht natürlich schon schwer nachzuvollziehen. Somit bleibt Car-Napping ein charmantes Spiegelbild seiner Zeit.

Danger: Diabolik

IT 1968
Regie: Mario Bava

26. Februar 2006


















Danger: Diabolik
war mir bis vor kurzen noch völlig unbekannt. Ahnungslos darüber, welchen Kultstatus der Film in Insiderkreisen über die Jahrzehnte erreicht hat, durfte ich das Vergnügen haben, diese Perle in einer wundervoll restaurierten Fassung zu sehen. Ich kann nur sagen, für einen Fan des Kinos der 60er und 70er Jahre wie mich, ist Danger: Diabolik eine Offenbarung!

Diabolik (John Phillip Law), seines Zeichens Meisterdieb und Anarchist, stiehlt eine beträchtliche Geldmenge, welche den Finanzminister (Terry Thomas) dazu veranlasst Inspektor Ginko (Michel Piccoli) weit reichende Vollmachten zu seiner Ergreifung zu erteilen. Ginko wiederum erpresst Gangster Boss Valmont (Adolfo Celi) den Job mit seinen Mitteln zu erledigen. Der Diebstahl eines Diamantenkolliers wird zur Falle, aus der Diabolik zwar entkommen kann, allerdings nicht ohne sein Wertvollstes zu verlieren, seine Liebe und Komplizin Eva (Marisa Mell)…

Mario Bava, an sich sonst eher dem Horror Genre zuzuordnen, verfilmte die italienische Comicvorlage 1968 zu einem quietschbunten Sixties Popkunstwerk, von dem sich nicht nur die Beastie Boys inspirieren ließen (siehe Video zu „Body Movin’“). Hier stimmt einfach alles: herrlicher Trash Charme, Bond-ähnliche Sets, Ennio Morricones genialer Score (dessen Originalbänder leider bis heute als verschollen gelten!) und mit Marisa Mell (sexy wie Hölle!) eine Hauptdarstellerin, die nahezu alle Bond Girls in den Schatten stellt!

Was Danger: Diabolik schlussendlich zum Kult macht und ihn nicht in den Weiten des Trash vergammeln lässt, sind die fantastischen Bilder mit denen Bava hier arbeitet. Erstklassig ausgeleuchtete Settings, fantasievolle Kameraeinstellungen und Tricks, sowie ein großartiges Gespür dafür, den Charme eines Comics für die Leinwand zu adaptieren sind in diesem Genre nicht alltäglich. Danger: Diabolik sei jedem Fan der Swinging Sixties ausdrücklich ans Herz gelegt!

Trading Places

USA 1983
Regie: John Landis

26. Februar 2006


















Der eine, Louis Winthorpe III. (Dan Aykroyd) ist ein erfolgreicher, schmieriger Börsenmakler, der andere, Billy Ray Valentine (Eddie Murphy) ist ein armer Penner. Doch was passiert, wenn man den einen in die Position des jeweils anderen versetzt? Das denken sich auch die beiden Dukes (Ralph Bellamy & Don Ameche), ihres Zeichens alteingesessene Börsenmilliardäre und wetten um einen Dollar, daß sie aus dem Mittellosen einen ähnlich professionellen Geschäftsmann machen können wie aus ihrem Günstling Winthorpe. Doch als die Betroffenen von dem Plan Wind bekommen, verbünden sie sich, um es den Dukes auf die gleiche Weise heimzuzahlen.

Trading Places ist einer jener Filme, mit denen ich als Kind aufgewachsen bin. Unzählige Male gesehen und jetzt nach längerer Zeit einmal wieder in den Player eingelegt. Was soll ich sagen, der Film funktioniert immer noch. Auch wenn man ihm seine Herkunft aus den 80ern natürlich ansieht, ist er „mit Würde gealtert“. Komödien dieser Machart gibt es bis heute, erfunden haben sie allerdings Leute wie John Landis, der mit diesem Film auch gleich einen der besten des Genres kreiert hat.

Mit Eddie Murphy, Dan Aykroyd, Jamie Lee Curtis, Ralph Bellamy, Don Ameche und Denholm Elliott großartig besetzt, lebt Trading Places von der hervorragenden Chemie seiner Darsteller. Das fantasievolle Drehbuch gibt vor allem Murphy und Aykroyd viel Platz für ihr komödiantisches Talent und teilt nebenbei noch einige kritische Seitenhiebe auf das Börsenbusiness aus. Unvergessliche Szenen mit Dan Aykroyd als suizidgefährdeter, versoffener Weihnachtsmann, Eddie Murphy als Austauschstudent aus Kamerun („Will jemand etwas Elefantensülze? Ich habe vieeeel davon!“) und Jamie Lee Curtis „oben Ohne“ (Yummy!!) machen Trading Places zu einem unterhaltsamen Klassiker, den man immer wieder sehen kann.

“You beatin' 10 cops. How come I don't see no bruises on you?”

'”Cause I'm a karate man, see! And a karate man bruises on the inside! They don't show their weakness. But you don't know that because you're a big Barry White looking motherfucker!”

...Altrimenti ci arrabbiamo (aka Zwei wie Pech und Schwefel)

IT 1974
Regie: Marcello Fondato

25. Februar 2006

























Ben (Bud Spencer) und Kid (Terence Hill) kommen bei einem Motorcross Rennen gleichzeitig über die Ziellinie und gewinnen gemeinsam einen roten Strandbuggy. Bei einem Wettstreit mit Bier & Würstchen sollen die zukünftigen Besitzverhältnisse geklärt werden. Dazu kommt es dann aber nicht mehr, weil ein Rudel Schläger im Auftrag des örtlichen Paten das Gefährt der beiden in Flammen aufgehen lässt. Leider haben sie sich dabei mit den falschen angelegt…

„Übrigens, gibt Deine Wurst auch Pfötchen? Ich muß dauernd aufstoßen.“
„Wer weiß wo der vorm Wurstmachen angefasst hat!“


Ahhh…herrlich! Wie oft habe ich diesen Film jetzt schon gesehen, und ich besemmel mich immer noch bei den gleichen Szenen. Das muß man jetzt auch nicht verstehen, denn entweder man ist Fan der Filme von Bud Spencer und Terence Hill oder eben nicht. Für mich persönlich ist dies einer der besten Streifen der beiden, fast jede Szene besitzt hier Kultcharakter, sei es nun das Bier & Würstchen Wetttrinken/-essen, die Killer & Chor Sequenz oder die Motorradjagd. Die Sprüche sind vom Allerfeinsten und Bud Spencer ist wie immer ständig angepisst. Wie sich allerdings Donald Pleasence hier rein verirrt hat, gehört zu den ungeklärten Geheimnissen der Filmgeschichte! Ich werde diesen Film immer lieben, egal wie stupide er auch auf den Nichteingeweihten wirken mag. In diesem Sinne…


„Wir wollen unsern Buggy! Natürlich nicht irgendeinen Strandbuggy. Er muß rot sein und ein gelb Häubchen haben.“

Tartüff

D 1926
Regie: Friedrich Wilhelm Murnau

24. Februar 2006




















Nach Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens war dies erst mein zweiter Kontakt mit einem Film von Friedrich Wilhelm Murnau. Im Gegensatz zu seinem Vampirklassiker verfilmte Murnau hier allerdings eine eher leichte Geschichte, jedoch nicht ohne kritischen Hintergrund.

Ein junger Mann wird von seinem Großvater enterbt, nachdem seine habgierige Haushälterin allerlei Schlechtes über ihn verbreitet hat. Der Neffe jedoch gibt nicht auf und verkleidet sich als Betreiber eines Wanderkinos um Zugang zum Haus des Greisen zu erhalten. Dort führt er einen Film auf, dessen Gleichnis dem alten Mann die Wahrheit über die Intrigen seiner Haushälterin klar machen soll:

Tartüff (Emil Jannings) ist ein gerissener Gauner, der sich als Geistlicher verkleidet bei einem Freund einnistet um ihn seines Geldes zu entledigen. Dabei kommt ihm dessen misstrauische Frau allerdings auf die Schliche und entlarvt den Scharlatan.

Mit wundervoller Musik untermalt war dieser kurzweilige Stummfilmklassiker ein wirklich unterhaltsamer netter Film. Sicherlich ist Tartüff nicht Aufsehen erregend wie etwa Nosferatu, aber in seiner Erzählstruktur durchaus schön gemacht, was natürlich auch für die Bildkomposition im Allgemeinen gilt. Dazu spielt Emil Jannings den wirklich erheiternd widerwärtigen Charakter des Tartüff mit einer Mimik, daß es eine wahre Freude ist. Ich habe es nicht bereut, mich einmal mehr von dem Charme eines Stummfilmes einnehmen zu lassen.

Donnerstag, 26. Juli 2007

Prince Of Darkness

USA 1987
Regie: John Carpenter

24. Februar 2006

“From Job's friends insisting that the good are rewarded and the wicked punished, to the scientists of the 1930's proving to their horror the theorem that not everything can be proved, we've sought to impose order on the universe. But we've discovered something very surprising: while order DOES exist in the universe, it is not at all what we had in mind!”


Ich hatte John Carpenter’s filmische Ergüsse ab Mitte der 80er Jahre bisher immer ein wenig vermieden, da ich davon ausging, daß wenig Gehaltvolles dabei sein würde (mit Ausnahme des wirklich großartigen They Live). Auf Empfehlung habe ich mir dann doch Prince of Darkness angesehen und wurde positiv überrascht. Wenn auch nicht so stark wie in seiner Hochphase Ende der 70er/Anfang der 80er, so schafft es Carpenter doch auch hier seine typischen Trademarks in diesem Film einzusetzen. Eine bedrohliche Grundstimmung bleibt über die gesamte Filmlänge erhalten, Kamera und Schauspieler sind solide. Die Story ist für Carpenter’s Verhältnisse relativ komplex und lässt Raum für Interpretationsmöglichkeiten.

Ein Priester (Donald Pleasence) entdeckt im Gewölbe einer verlassenen Kirche ein Behältnis, das eine grüne, anscheinend lebende Substanz enthält. Eine Gruppe von Wissenschaftlern nistet sich in dem Gebäude ein, um den Ursprung und den Inhalt zu studieren. Bei ihren Nachforschungen kommen sie einer Wahrheit auf die Spur, die die Grundfeste des Katholizismus und der Weltordnung auf den Kopf zu stellen droht.

In seiner Struktur ist Prince Of Darkness natürlich immer noch ein B-Movie, aber es ist smart und das Flair, das Carpenter erzeugt lässt auch über einige kleine Längen hinwegsehen. Einige Momente, wie das Auftauchen eine Nachricht aus der Zukunft sind in ihrer Dichte einfach fantastisch und versprühen genau dieses unangenehme, unbeschreibliche Gefühl, für das der Regisseur berühmt wurde, und auch das Gore Level kommt nicht zu kurz.

Im großen und ganzen, wie ich zugeben muß, ein ziemlich unterbewerteter Film in John Carpenter’s Laufbahn, der beim zweiten Sehen sicherlich noch mehr an Substanz gewinnen wird.

È tornato Sabata... hai chiuso un'altra volta (aka Sabata kehrt zurück)

IT/FR/D 1971
Regie: Gianfranco Parolini

23. Februar 2006

Der erste Teil war erfolgreich, also mußte es logischerweise zu einer Fortsetzung kommen. Lee Van Cleef konnte dazu überredet werden in Return of Sabata ein weiteres Mal die Hauptrolle zu übernehmen, bevor ihn im gleichen Jahr Yul Brynner im 3. Teil Adios Sabata ersetzte (den ich mir nun aber doch ersparen werde…vielleicht irgendwann einmal).

Sabata (Lee Van Cleef) tingelt mittlerweile mit einem Wanderzirkus durch die Gegend, bei dem er seine Schusskünste zeigen kann (was hat er denn mit der ganzen Kohle aus Teil 1 gemacht?!). In Hobsonville trifft er auf den korrupten Baulöwen McIntock, dem mittlerweile schon die ganze Stadt gehört und der seine ahnungslosen Bürger um ihr Geld bringt.






Return of Sabata beginnt mit einem großartigen Einstieg, durch und durch beeinflusst von Hippies und psychedelischen Drogen, dazu ertönt entsprechende Musik. Das ist durchaus lustig und hat Charme, womit allerdings auch gleich klar ist, daß dieser zweite Teil sich noch weniger ernst nimmt, als sein Vorgänger. Auch wenn ab und an jemand erschossen wird, ist der Film doch eine eher heitere Angelegenheit. Noch mehr konzentriert er sich auf seinen Protagonisten und seine durchtriebenen Talente, seine Gegner hinters Licht zu führen.

Auch wenn ich nach dem ersten Teil nicht unbedingt scharf darauf war Return of Sabata zu sehen, so war es doch zumindest ein unterhaltsamer Film, wenn auch der Wechsel zwischen (nicht allzu) brutalen Szenen und Klamauk irgendwie nicht stringent genug ist. Ganz nett, aber nicht mehr.

Ehi amico...c'è Sabata, hai chiuso! (aka Sabata)

IT 1969
Regie: Gianfranco Parolini


22. Februar 2006




















Nachdem er durch die letzten beiden Teil von Sergio Leone’s Dollar Trilogie zum Star geworden war, bekam Lee Van Cleef haufenweise Angebote für ähnlich gestrickte Spaghetti Western, in denen er seine Coolness präsentieren durfte. Zu seinen bekanntesten Rollen gehört die Figur des Sabata, die er zweimal verkörpern sollte, zum ersten Mal im gleichnamigen Film von 1969.

Sabata, seines Zeichens ein Meister im Umgang mit ausgefallenen Schusswaffen jeder Art, die er stets mit sich führt, reitet zufällig in ein kleines Städtchen ein, während gerade ein Safe mit 100.000$ aus einer Bank gestohlen wird. Nachdem er die Täter erschießt und das Geld zurückbringt, verlangt er eine Belohnung von 5000$ für seine Dienste. Die Vorstehenden der Stadt jedoch, involviert in den Raub, schicken einen Killer nach dem anderen, um Sabata endgültig zum Schweigen zu bringen. Dieser dreht den Spieß um und verlangt nach jedem misslungenen Attentat auf sein Leben eine höhere Geldsumme…

Man merkt von Beginn an, daß Regisseur Gianfranco Parolini (alias Fred Kramer) versucht einen ähnlich strukturierten Western zu kreieren wie A Fistful Of Dollars. Leider gelingt ihm dies nicht einmal annähernd. Ohne den direkten Vergleich mit den Dollar Filmen macht Sabata gar nicht mal so eine schlechte Figur und ist sicherlich einer der sehenswerteren Spaghetti Western, aber zu keiner Zeit entwickelt sich hier wahre Größe. Die Kamera ist solide und Lee Van Cleef ist gut aufgelegt, trotz guter Ideen ist das Drehbuch trotzdem zu konfus und wirkt zu konstruiert um zu überzeugen. Man fragt sich des Öfteren, ob Sabata nun eine Parodie oder ein ernst gemeinter Beitrag zum Genre sein soll (das Problem hatten allerdings ziemlich viele Spaghetti Western). Schlußendlich bildet er einen Übergang irgendwo zwischen Leone und den Trinity Western mit Bud Spencer & Terence Hill, kann allerdings weder die Coolness des einen, noch den witzigen Charme der anderen erreichen.

Police Academy

USA 1984
Regie: Hugh Wilson

18. Februar 2006

1984 zog die Police Academy in die Filmgeschichte ein, und wir wurden sie beinahe nicht mehr los. Waren die ersten Filme noch unterhaltsam und für einige kultige Charaktere gut (vorausgesetzt, man schaltete sein Hirn ab), dümpelten insbesondere die letzten Teile nach allgemeiner Bewertung in den unendlichen Tiefen des Trash und finden sich gerne bei Wahlen zu den schlechtesten Filmen aller Zeiten auf den vorderen Positionen wieder.

Trotzdem, als die Police Academy 1984 das Licht der Welt erblickte, war auch der Verfasser dieses Reviews noch klein und unschuldig…und was hat er gelacht! Über den militanten Redneck-Waffenfetischisten Tackleberry, Hightower, Mahoney und die menschliche „Voice Box“ Michael Winslow. Nachdem ich den Film nun nach langer Zeit wieder einmal komplett gesehen habe, war das natürlich eine komplett andere Erfahrung. Einige Lacher, vor allem aus nostalgischen Gründen gibt es zwar immer noch, und einige Szenen sind wirklich kleine Klassiker geworden, grundsätzlich aber ist das Filmchen doch ziemlich inhaltsleer. Andererseits, wer will schon Anspruch in die Police Academy Serie hinein interpretieren?


Was mir auffiel war, daß viele Komödien in den 80ern doch etwas freizügiger waren, als man es vom prüden Amerika gewohnt ist. Massig nackte Frauen in der Duschraumszene, politisch unkorrekte Darstellung von Schwulen in der Blue Oyster Bar (immer noch ein Brüller) oder auch der Blow Jow unterm Rednerpult sind da die besten Beispiele. In diesem Sinne ist Police Academy auch ein Spiegelbild seiner Zeit. Heute lache ich aber über andere Dinge…


Haute Tension

FR 2003
Regie: Alexandre Aja

18. Februar 2006


















Der französische Film lebt in den letzten Jahren auch international wieder auf, neben vielen international erfolgreichen Großproduktionen, schickt sich auch der Nachwuchs des Genrekinos an, ein Statement zu setzen. Wie so etwas im harten Horror/Slasher Genre aussehen kann, zeigt Jungregisseur Alexandre Aja mit seinem zweiten Spielfilm Haute Tension.

Die beiden Freundinnen Marie und Alexa fahren über das Wochenende aufs Land um Alexas Eltern besuchen. In der Nacht dringt ein Fremder in das Haus ein und schlachtet brutal die gesamte Familie ab, fesselt Alexa und verschleppt sie in seinem Transporter. Marie hängt sich an ihre Fersen und versucht dem Killer das Handwerk zu legen.

Soweit der recht simple Plot, der allerdings recht schnell zur Sache kommt und dann ein blutiges Manifest lostritt, daß es einem ziemlich schnell die Sprache verschlägt. Haute Tension ist brutal, und zwar richtig. Das, was Alexandre Aja hier zeigt, hat mit dem Slasher Film der 80er oder dem Teenie Hooror der 90er nicht viel am Hut. Der Film orientiert sich eher am harten Horrorfilm der 70er Jahre und zollt Vorbildern wie Tobe Hooper und Wes Craven Tribut. Nicht umsonst fiel nach dem internationalen Erfolg von Haute Tension des letzteren Wahl für ein Remake seines eigenen Films The Hills Have Eyes auf den jungen Franzosen. Craven war wohl sehr angetan von der Kompromisslosigkeit, die Aja bei der Darstellung der Gewalt an den Tag legte, und das zu recht. Nicht nur die Spannungskurve hält sich durchgehend, auch das Gewaltniveau mag zu erschrecken.


Der Knackpunkt bleibt das Finale. Dies versöhnt dann zwar teilweise wieder für einige extrem unlogische Aktionen der Hauptdarstellerin (mehr kann man dazu an dieser Stelle ohne den Clou zu verraten nicht sagen), trotzdem hat mich der Storyaufbau dann doch nicht hundertprozentig überzeugt. Vielleicht dann beim zweiten Sichten…