Montag, 23. Juli 2007

The Fourth Protocol

GB 1987
Regie: John Mackenzie

08. Dezember 2005

KGB Agent Petrofsky (Pierce Brosnan) bekommt den Auftrag auf einer amerikanischen Airforce Basis in England eine Atombombe zu zünden, um damit die NATO zu destabilisieren und die Welt in den Kalten Krieg zurück zu befördern. Sein Gegenspieler auf englischer Seite ist MI6 Agent John Preston (Michael Caine), unbeliebt bei seinem direkten Vorgesetzten aufgrund seiner unorthodoxen Methoden. Während sich Petrofsky in einem Haus in Nähe der Basis einrichtet und die Teile der Atombombe zusammenträgt, versucht der englische Geheimdienst fieberhaft den Plan zu verhindern…

John Mackenzie (The Long Good Friday) inszenierte diesen klassischen Agententhriller nach einer Vorlage von Frederick Forsyth (The Day of the Jackal, The Odessa File) der auch das Drehbuch verfasste. Wahrscheinlich deshalb fühlt sich der Film so an, als wäre er 20 Jahre früher entstanden. Sowohl Brosnan (eiskalt und ohne sichtliche Emotion) als auch Caine liefern eine adäquate schauspielerische Leistung. Prestons schnippische Art, mit seinem Vorgesetzten umzugehen erinnert nicht allzu oft an eine seiner größten Rollen als Anti-Agent Harry Palmer in The Ipcress File und wird diesem weit mehr gerecht als in seinen zwei Nachfolgern Funeral in Berlin und Billion Dollar Brain.

Gradlinig und mit nur wenigen Actioneinlagen vermengt The Fourth Protocol politische Machtspiele und Thrillerelemente, so daß nach einer Weile nicht mehr klar ist, wer wen gegeneinander ausspielt. Selbst die
unmittelbare Gefahr eines nuklearen Anschlags veranlasst die entsprechenden Machthaber nicht davon abzulassen, eigene
Interessenpolitik zu betreiben und ihre eingesetzten Agenten wie Schachfiguren zu manipulieren. Insofern vielleicht einer der letzten Vertreter des klassischen Agentenfilms und ein sehr guter dazu.

Wer das Szenario auf die Spitze getrieben sehen möchte, dem sei The Ipress File empfohlen. Dieser addiert noch eine großartige Charaktertiefe und melancholisch depressive Grundstimmung, was ihn zum besten Film des Genres macht.

City Heat

USA 1984
Regie: Richard Benjamin

07. Dezember 2005




















Polizist Speer (Clint Eastwood) und sein ehemaliger Partner Murphy (Burt Reynolds), nun Privatdetektiv, müssen zusammenarbeiten, als Murphy’s Partner getötet wird, als er versucht zwei rivalisierende Gangstersyndikate gegeneinander auszuspielen.


Ein typischer 80er Jahre Buddy Movie, der zum gleichen Zeitpunkt in die Kinos kam, wie Beverly Hills Cop, und wohl auch deshalb ziemlich floppte. An der Story an sich konnte es nicht liegen, diese ist souverän erzählt und lässt viel Spielraum für einen gut aufgelegten Burt Reynolds und einen in Dirty Harry Manier agierenden Eastwood solide schauspielerische Leistungen abzuliefern. Für ein paar herzhafte Lacher reicht dies allemal und auch die Actionsequenzen sind gut gemacht, allerdings muß man sich vor dem Hintergrund der Entstehung von City Heat fragen, wie viel besser der Film hätte sein können, wenn Blake Edwards ihn gedreht hätte. Dieser schrieb die Urfassung des Streifens und wurde nach Querelen von Eastwood abgesetzt und durch Richard Benjamin ersetzt. Als Antwort darauf lieferte Edwards vier Jahre später mit Sunset einen vergleichbaren und um längen inspirierteren Buddy Movie im Setting der 30er Jahre ab.


Trotzdem erfüllt der Film als Starvehikel die Erwartungen und versucht auch nicht mehr zu sein, als er vorgibt (auch wenn man Eastwood ein wenig mehr Charaktertiefe gewünscht hätte).

Wrong Turn

USA 2003
Regie: Rob Schmidt

07. Dezember 2005



















Kurz, hart und jede Menge Spaß und Nervenkitzel. Das ist kein Liliputanerpenis, sondern Wrong Turn. Da hat man sich gerade von The Descent zwei Tage vorher erholt und schon tritt einem dieser kleine dreckige Film so dermaßen hart in die Fresse, daß man sich immer wieder dabei ertappt ungläubig auf das FSK 16 Logo der DVD zu starren. Texas Chainsaw Massacre trifft Deliverance.


Insgesamt noch mal eine ganze Ecke brutaler als der „Höhlenfilm“, jedoch in seiner Konstellation fast ähnlich aufgebaut, verirren sich nun sechs Leute in den Wäldern des Redneck County und treffen dort auf eben jene, durch Inzucht mutierte Vertreter des Bush Wählervolkes. Die drei Kerle können nicht mal richtig sprechen, dafür aber mit Messer und Axt auf alles menschliche losgehen, um es danach genüsslich zu sezieren und zu verzehren (ja, man sieht SEHR viel Blut in diesem Film!).

„And do I need to remind you of a little movie called Deliverance?“


An für sich hat man damit mal wieder einen Film, welcher auf den ersten Blick der Standardformel folgt, was ihn aber dann doch so anders macht und in die Reihe des „New Horror“ einordnet, ist die kompromisslose Härte. Dümmliche Dialoge werden ebenso vermieden wie unsinnige Storyausbrüche. Wrong Turn kann schon nach kurzer Zeit den Spannungsbogen aufbauen, hält diesen bis zum Ende konsequent hoch, und bleibt dabei erfrischend logisch. Ein Riesenspaß!

Sonntag, 22. Juli 2007

O Brother, where art thou?

USA 2000
Regie: Joel Coen

07. Dezember 2005



















Auch zum zweiten Mal gesehen und nun schon bei weitem besser gefallen als Fargo. Die Geschichte einer Odyssee, vom Suchen und Finden und den Umwegen, die man manchmal nehmen muss. Natürlich spielt da auch der Zufall eine große Rolle…oder doch etwa das Schicksal? Wenn etwas im Schaffen von Joel und Ethan Coen Kontinuität besitzt, dann ist es das stete Wechseln des Genres mit jedem neuen Film. Die Geschichte dreier ausgebrochener Sträflinge in den Südstaaten der 30er Jahre wird wieder einmal in typischer Coen Manier erzählt, nämlich völlig anders. Auch hier stand wieder einmal Roger Deakins hinter der Kamera und zeigt uns im schönsten Cinemascope, was einen Kameramann von einem Künstler unterscheidet. Fantastisch!



“Damn, we’re in a tight spot!“



Es macht einfach Spaß die Abenteuer der Drei zu verfolgen, welche mit dem typischen, skurrilen Verständnis der Coens für Dialoge und dem zugehörigen Südstaaten Akzent (KANN nur im unsynchronisierten Zustand funktionieren!) in Szene gesetzt wurden. Auch für Menschen verständlich, die nicht Homer gelesen haben (wie ich)… P.S.: Gebt George Clooney endlich einen Oscar!
“I’m a Dapper Dan Man!“

Fargo

USA 1996
Regie: Joel Coen

06. Dezember 2005



















Fargo wird sicherlich niemals mein Lieblingsfilm der Coen Brüder werden. Auch beim zweiten Mal saß ich am Ende da und fragte mich, was mir das nun sagen sollte?! Vielleicht versucht man manchmal auch aufgrund der Reputation eines Filmes einfach zu viel zu interpretieren. Fakt ist, der Film ist in technischer Hinsicht, wie nicht anders zu erwarten, brillant. Kamera, Musik, Settings…alles versetzt den Zuschauer direkt ins verschneite Minnesota. Was mich eher störte, war die Story, denn auf diese alleine verlässt sich Fargo nicht, und auch als Zuschauer sollte man sich nicht zu fest daran klammern, ansonsten stellt sich die besagte kleine Enttäuschung ein. Eine Erpressungs-/Verschwörungsgeschichte, in der schließlich alles aus dem Ruder läuft hat man sicherlich schon dutzendfach, und vor allem spannender inszeniert gesehen (A Simple Plan von Sam Raimi, der sich ebenfalls der verschneiten Landschaften bedient). Aber keiner besitzt dieses nicht näher definierbare „Coen Feeling“. Aber auch wenn die Dialoge, wie immer, detailliert und skurril sind (dieser Akzent!), trotzdem nervt mich das 100ste „Yah…“ dann doch irgendwann. Ich kann die großartigen Kritiken und Oscars (ohne Frage großartige schauspielerische Leistungen von allen Beteiligten) also nicht vollständig nachvollziehen. Vielleicht liegt es daran, daß ich mehr Thriller statt sich aus realen Skurrilitäten ergebende Sozial-Comedy erwartet habe (in diesem Bereich ist der Film ein kleines Meisterwerk)…trotzdem bleibt das Schnee & Blut Szenario in A Simple Plan mein Favorit.


“Hey, you're there in 30 minutes Jerry or I find you Jerry and I shoot you and I shoot your fucking wife and I shoot all your fucking children and I shoot them all in the back of their little fucking heads, you got it?”

The Descent

GB 2005
Regie: Neil Marshall

05. Dezember 2005
















Holy Shit! Nach dem schon in weiten Teilen sehr gelungenem Dog Soldiers, hat sich Regisseur Neil Marshall mit seinem neuen Film definitiv in die erste Liga des klassischen Horrorkinos begeben. The Descent hält alles das ein, was der Großteil seiner (größtenteils amerikanischen) Genrekollegen verspricht, aber fast nie einhalten kann. Eine stringent ansteigende Spannungskurve, blutige Splattereffekte und schonungslose Härte bis zum überraschenden Finale. Jenseits dümmlicher Dialoge und überflüssiger Subplots versteht es Marshall trotzdem eine genügende Charakterisierung seiner Protagonisten zu erstellen. Eine tolle Kameraführung kombiniert mit einem sehr geschmackvollen Musikeinsatz und dem (zumindest) offensichtlich völligen Verzicht auf CGI versprechen knappe zwei Stunden feinsten Horror alter Schule.

Dies wird wohl nicht mein letzter Abstieg bleiben…


Jacob’s Ladder

USA 1990
Regie: Adrian Lyne

03. Dezember 2005



















“The only thing that burns in Hell is the part of you that won't let go of life, your memories, your attachments. They burn them all away. But they're not punishing you. They're freeing your soul. So, if you're frightened of dying and... and you're holding on, you'll see devils tearing your life away. But if you've made your peace, then the devils are really angels, freeing you from the earth.”


Ein großartiger Film, der von Mal zu Mal besser wird. Geradezu unglaublich, welches Potenzial im Drehbuch steckt, ich habe den Film nun zum vierten Mal gesehen und wieder völlig neue Aspekte und Interpretationsmöglichkeiten entdeckt. Ein Film über Leben und Sterben, Himmel und Hölle, Erlösung & Frieden. Trotzdem vermeidet es Lyne fast vollständig in christlich-biblischen Humbug zu verfallen und hält das religiöse Thema trotz seiner immensen Tiefe allgemeingültig. Dazu kommt eine fantastische Bildsprache, daß es einen immer wieder an Roeg’s Don’t Look Now erinnert.

Möglicherweise der am meisten unterschätzte Film der 90er und definitiv Adrian Lyne’s beste Regiearbeit.

The Big Red One – The Reconstruction

USA 1980
Regie: Sam Fuller


20. November 2005


This is fictional life based on factual death.”

Nach aufwendiger Restauration erstrahlt der der Film im Jahre 2003 in seinem vollen Glanz und wurde, soweit möglich, nach der ursprünglichen Vision Samuel Fullers geschnitten.

Man sollte
The Big Red One sicherlich in seinen Ambitionen mit den großen Filmen seines Genres in eine Reihe stellen, auch wenn er sich auf den ersten Blick nicht unbedingt vollständig in die gängigen Interpretationsschema einordnen lässt. Es ist weder ein Anliegen Fullers gewesen eine romantisch verklärtes Bild des Krieges zu gestalten, wie dies mancher Vertreter der 50er und 60er Jahre getan hat, noch mit drastischen Bildern das Grauen des Krieges darzustellen. Der Film funktioniert auf einer anderen Ebene, die Charakterisierung ist leicht unterkühlt, ein wirklicher Spannungsaufbau entsteht nicht durchgehend. Fuller zeigt den Krieg episodenartig, ohne ein allumfassendes Gerüst zu konstruieren und erzählt die Erfahrungen des Sergeants (Lee Marvin) und seiner vier Soldaten mit nahezu dokumentarischem Flair. Wahrheit statt Realismus. Am Ende bleibt nichts, als das Überleben des Einzelnen.



„By now we'd come to look at all replacements as dead men who temporarily had the use of the arms and legs. The came and went so fast and so regularly that sometimes we didn't even learn their names. Truth is, after a while, we sort of avoided gettin' to know them.”


Jäger des verlorenen Log-Ins

Jaja...ich weiß, das kommt davon, wenn man monatelang nix postet, jedenfalls habe ich es jetzt nach minutenlangem Gefummel doch noch geschafft!

Ich werde im folgenden mein seit November 2005 bestehendes und im Weiteren zu vervollständigendes Filmtagebuch in diesen Blog insertieren. Habe ich anfangs noch ausführlich meine Gedanken niedergeschrieben, so werde ich mich bei den späteren Einträgen kurz fassen und aus Zeitgründen nur gegebenenfalls längere Abhandlungen schreiben.


Das Original Filmtagebuch bleibt weiterhin unter diesem Link abrufbar.

Freitag, 16. Februar 2007

Cränk


...oder auch kränk, krank, fettich, am Arsch....kurz Erkältung im Anmarsch. Ehrlich gesagt marschiert sie schon seit einer Woche und ich frage mich, ob das nun der Höhepunkt sein soll. War schon schlimmer, aber auch schon besser. Wenigstens rauche ich nicht (oder kaum, Verringerung um 95%), ergo bin ich eigentlich gesünder als vorher.
Wie kommt man nun aus diesem Paradoxon wieder heraus? Krank bleiben, sich mit möglichst vielen Bakterien einlassen um das Rauchen aufzugeben? Der eingeschränkte Bewegungskreis bezüglich sportlicher Aktivitäten bleibt zumindest unverändert. 1:0 für Influenza.
Jetzt ernähre ich mich auch noch gesünder, weil man ja ein schlechtes Gewissen hat und sich so viel Obst kauft, wie man eigentlich im ganzen Monat nicht zu sich nimmt. Also 2:0.
Trotzdem motiviere ich mich beispielsweise in diesen Blog zu posten, was sonst kaum funktioniert....ich sehe schon, es spricht alles dafür, krank zu bleiben. Zumindest für ein paar Tage. Dann bin ich wieder gesund und fange an zu rauchen und ernähre mich ungesund, um möglicht schnell wieder krank zu werden um das Rauchen aufzugeben und mich wieder gesund zu ernähren.

Life's a bitch and then you die.